Cellistin Uta Büchner

Musik auf höchstem Niveau

Das Cello

Das Vio­lon­cel­lo ist das Bassin­stru­ment der Gei­gen­fa­mi­lie und ent­stand aus der Hand­werks­kunst ita­lie­ni­scher Gei­gen­bau­er bereits im 15. Jahr­hun­dert. In den ers­ten drei­hun­dert Jah­ren ent­wi­ckel­te sich aus den ver­schie­dens­ten Bau­for­men der “bas­so di vio­la da brac­cio” die heu­ti­ge Instru­men­ten­form. In die­ser Zeit exis­tier­ten meh­re­re gleich­be­rech­tig­te Bezeich­nun­gen für die­se Bass­gei­ge, wie Vio­lon­ci­no, Quint-Baß, Vio­la da spal­la, Vio­lon­zelo. Erst zu Beginn des 19. Jahr­hun­derts wur­den Begriff, Form und Grö­ße des Vio­lon­cel­los ver­ein­heit­licht.

Um 1700 ver­dräng­te in Ita­li­en ein neu­er musi­ka­li­scher Geschmack die Gam­ben­fa­mi­lie. Als Bassin­stru­ment wur­de zuneh­mend das Vio­lon­cel­lo in Kam­mer­mu­sik und Orches­tern ein­ge­setzt. Es ent­stan­den zahl­rei­che Wer­ke, in denen das Vio­lon­cel­lo einen Solo­part über­nahm oder allein spiel­te. In ande­ren euro­päi­schen Musik­zen­tren wie Frank­reich setz­te sich das Vio­lon­cel­lo gegen­über der “vio­la da gam­ba” erst spä­ter voll­stän­dig durch. Cel­lo­du­et­te erfreu­ten sich schon sehr früh­zei­tig gro­ßer Beliebt­heit. Beson­ders in Barock und Klas­sik waren sie sehr popu­lär. Vor allem für adli­ge Schü­ler waren sie wert­vol­les Unter­richts­ma­te­ri­al. Und auch heu­te kön­nen die­se Stü­cke mit unter­schied­li­chem Schwie­rig­keits­grad den Unter­richt berei­chern.
Im klassisch-symphonischen Orches­ter hat das Vio­lon­cel­lo von Anfang an haupt­säch­lich als Bassin­stru­ment sei­nen fes­ten Platz. Wegen sei­nes vol­len war­men Tones und sei­ner lei­den­schaft­li­chen Aus­drucks­fä­hig­keit wur­de es beson­ders in der Roman­tik sehr geschätzt. Es ent­stan­den die heu­te sehr berühm­ten Solo­kon­zer­te mit Orches­ter, z.B. von Schu­mann, Elgar und Dvořák. Seit 1800 ent­stan­den eben­falls zahl­rei­che solis­ti­sche Kam­mer­mu­sik­wer­ke mit Kla­vier, so z.B. von Beet­ho­ven, Brahms oder Fau­ré.

Auch heu­te hat das Instru­ment nichts von sei­ner Anzie­hungs­kraft ver­lo­ren. Das liegt viel­leicht dar­an, dass es der mensch­li­chen Stim­me so ähn­lich ist. Ob bei Lie­bes­sze­nen in Fil­men oder zahl­rei­chen Wer­be­spots, in moder­nen Kom­po­si­tio­nen von Klas­sik bis Hea­vy Metal: Das Vio­lon­cel­lo mit sei­nem rei­chen emo­tio­na­len Aus­drucks­ver­mö­gen wird viel­sei­tig ein­ge­setzt.

Mich inter­es­siert beson­ders die rei­che Viel­falt der ers­ten Jahr­hun­der­te in der Bassin­stru­men­ten­fa­mi­lie. Ver­schie­dens­te Instru­men­te konn­ten von einem Musi­ker nicht nur beherrscht, son­dern je nach Raum, Geschmack des Zuhö­rers und inhalt­li­chem Rah­men vir­tu­os ein­ge­setzt wer­den.

Das Cello
Das Cello